Theater im Nationalsozialismus
Das Kieler Theater von 1935 bis 1941 unter Hanns Schulz-Dornburg
Ein Beitrag von Finja Heuer, Marlene Römmich, Marie Heinrichs und Lea Gürntke
Historischer Kontext: Das Stadttheater vor der Zerstörung
Entsprechend der Bedeutung, die die nationalsozialistische Kulturpolitik dem Theater als Institution zur Erziehung der ‚Volksgemeinschaft‘ zumaß,[1] erhalten die Kieler Theater seit Mitte der 1930er Jahre eine großzügige finanzielle Förderung durch die regimetreue Stadtverwaltung und waren mit Blick auf die Budgetplanung so gut wie noch nie aufgestellt: In der Folge werden die Gagen erhöht, das Ensemble mit jungen Talenten erweitert und das Theater baulich und technisch modernisiert.[2]
Von den Folgen des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs blieben jedoch auch die Kieler Theater nicht verschont: Ab der Spielzeit 1941/42 mussten alle Aufführungen im Schauspielhaus in der Holtenauer Straße stattfinden, da das Stadttheater am Kleinen Kiel während des Krieges mehrfach Opfer von Bombenangriffen wurde.
Am 13. Dezember brannte es nach einem Bombeneinschlag vollständig aus. Komplett zerstört wurde es jedoch erst im Jahr 1944 durch den Treffer einer Luftmine. In dieser Zeit wurden alle Vorstellungen in die Holtenauer Straße verlegt. Doch auch hier endete der Theaterbetrieb mit der letzten Vorstellung am 30. Juni 1944, als Goebbels den Befehl gab, alles Material und alle Menschen in den „totalen Krieg“ zu schicken. In der Folge waren alle deutschen Bühnen ab dem 1. Oktober 1944 verwaist. Nach dem Krieg wurde das Stadttheater im Jahr 1953 wieder aufgebaut. Mittlerweile handelt es sich um das Opernhaus der Stadt Kiel.[3]



































