Die renommierte Liliencron-Dozentur würdigt seit 1997 lyrische Texte und Autor*innen der Gegenwart.
Sie leistet als einzige nur auf Lyrik zugeschnittene Poetikdozentur in Deutschland einen bedeutenden Beitrag zur Präsenz deutschsprachiger Gegenwartslyrik in der Bundesrepublik. Zugleich ist sie ein wichtiges literarisches Ereignis in der Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins.
Seit dem Jahr 2024 wird im Rahmen der Liliencron-Dozentur auch der Liliencron-Nachwuchspreis für Lyrik aus Schleswig-Holstein verliehen.
28. Liliencron-Dozentur für Lyrik
Über den Liliencron-Dozenten
Tom Schulz zählt zu den wichtigsten Stimmen der deutschen Gegenwartslyrik. Sehen und Erinnern, das Sprechen gegen das Vergessen und ein waches, scharfes Bewusstsein für die globale Verantwortung unserer Zeit prägen seine Gedichte.
Mit großer sprachlicher Präzision und einem tiefen Gespür für gesellschaftliche und ökologische Themen öffnet er neue Perspektiven auf die Gegenwart und verbindet romantische Emphase mit poetischer Schärfe. Zwischen eindringlichem Naturerleben und politisch bewusster Darstellung von Geschichte und Gegenwart gelingt es ihm, Bewusstsein für die Schönheit und die Gefährdung unserer Welt zu schaffen.
Seit vielen Jahren ist Tom Schulz zudem erfahrener Dozent für Kreatives Schreiben und Lyrikworkshops an verschiedenen Hochschulen und literarischen Einrichtungen.
Kurzbiografie
Tom Schulz, geboren 1970 in der Oberlausitz, aufgewachsen in Ost-Berlin, lebt in Berlin und Italien. Er schreibt Lyrik, Prosa, Reportagen, Essays, Kritiken, arbeitet als Herausgeber und Dozent für Kreatives Schreiben. Zu seinen letzten Lyrik-Veröffentlichungen gehören: Die Verlegung der Stolpersteine (2017) und Reisewarnung für Länder Meere Eisberge (2019) sowie Die Erde hebt uns auf (2024). 2024 erschien darüber hinaus Briefe aus der Roten Wüste / Lettere dal deserto Rosso (zusammen mit Maria Borio). Für sein Werk erhielt er zahlreiche Stipendien und Preise, u.a. das Aufenthaltsstipendium Deutsches Studienzentrum Venedig (2018), den Preis des PEN Liechtenstein für Lyrik (2016) und den Alfred-Gruber-Preis beim Lyrikpreis Meran (2014). Im Januar 2026 erscheint sein Gedichtband Salz und Erinnern.
Termine im Rahmen der 28. Liliencron-Dozentur
Kontakt:
Britta Lange (Liliencron-Poetikdozentur)
Literaturhaus Schleswig-Holstein
Dr. Julia Ingold (Liliencron-Nachwuchspreis / Projekt der Studierenden)
jingold@ndl-medien.uni-kiel.de
Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien, CAU Kiel
Preisträger*innen der Poetik-Dozentur (auf Titel klicken):
Heinz Janisch (2025)
Heinz Janisch ist ein Meister der kurzen Form: mit seiner besonderen Gabe, die Welt durch die Augen der Kinder zu schauen und ganz normale Dinge auf überraschende, freche Weise zu drehen, begeistert er Kinder wie Erwachsene gleichermaßen.
Heinz Janisch, 1960 in Güssing im Burgenland geboren, studierte Germanistik und Publizistik in Wien, wo er heute auch lebt. Seit 1982 arbeitet er beim ORF-Hörfunk und gestaltet und moderiert Hörfunksendungen. Er schreibt sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Für seine Bücher wurde er vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Bologna Ragazzi Award und dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis. 2024 wurde er mit dem internationalen Hans-Christian-Andersen-Preis ausgezeichnet und damit für sein Lebenswerk geehrt.
Jurybegründung
Heinz Janisch ist ein Brückenkopf, der zwischen der kinderlyrischen Nachkriegs-Generation von James Krüss, Josef Guggenmos und Christine Nöstlinger und den jüngeren Stimmen steht, welche die Kinderlyrik in den letzten Jahren beleben. Diese Kinderlyrik-Szene hat Heinz Janisch viel zu verdanken, denn er hat die Kinderlyrik von allerlei lautem Piffpaffpuff, von Zeigefinger und von Muff befreit. Heinz Janischs Poesie führt wie eine Fahrradschnellstraße ins Reich der Phantasie!
Anja Kampmann (2024)
Anja Kampmann gelingt in ihren Gedichten die große Kunst, Dinge nebeneinander stehen zu lassen und Gleichzeitigkeiten zu akzeptieren. Immer wieder findet sie klare, mikrologische Bilder für die gegenwärtigen Themen unserer Zeit. Der Zerstörung und der Veränderung der Umwelt durch den Menschen setzt sie Gedichte von eigener sprachlicher Schönheit entgegen. Für ihr Werk – Proben von Stein (2016), Wie hoch die Wassersteigen (2018), Der Hund ist immer hungrig (2021) – wurde die 1983 in Hamburg geborene Autorin bereits vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Günter Künert Literaturpreis 2023. Im Mai 2024 erhält sie den Marie-Luise Kaschnitz Preis.
José F. A. Oliver (2019)
Peter Licht (2018)
Monika Rinck (2015)
Titel des Vortrags: „Am Saum des Verstandes. Auf Kante genähte Phänomene oder: die Realisierung poetischer Sprache“ (03.11.2015)
Birgitte Oleschinski (2007)
Marcel Beyer (2008)
Heinrich Detering (2012)
Titel des Vortrags: „A Poem is A Naked Person“ (04.12.2012)
Nora Gomringer (2011)




