Epik: Raumsemantik

Aufgabe 1: Erarbeiten Sie die Raumsemantik des Dümmlings!

Es war einmal ein Hans der war so unerhört dumm, daß i‹h›n sein Vater in die weite Welt jagte. Er rennt vor sich hin bis er an Meeresufer kommt, da setzt er sich hin und hungert. Da kommt eine häßliche Kröte auf ihn zu und quackt, umschling mich und versenk dich! So kommt sie zweimal, er weigert sich, wie sie aber zum dritten mal kommt, folgt er ihr. Er sinkt unter und kommt in ein schönes Schloß unter dem Meer. Hier dient er der Kröte. Endlich heißt sie ihn mit ihr zu ringen, und er ringt, und die haßliche Kröte wird zu einem schönen Mädchen und das Schloß mit all seinen Gärten steht auf der Erde. Hans wird gescheidt geht zu seinem Vater und erbt sein Reich.

Brüder Grimm: »13. Dümmling«. In: Dies.: Kinder- und Hausmärchen. Die handschriftliche Urfassung von 1810. Hg. und kommentiert von Heinz Rölleke. Stuttgart 2007, S. 28.

→ Die Ausgangsräume sind hier Heimat und Fremde, wobei die Heimat (das Reich des Vaters) am Anfang als fehlerhaft markiert ist, weil Hans so dumm ist. Das Wegjagen des Sohnes ist folglich der Versuch, den Makel der Dummheit zu tilgen. Dies gelingt aber erst durch eine neuerliche (und unvorhersehbare) Grenzüberschreitung in Richtung des Wunderbaren (Reich der Kröte). Die Initiation (also die Entwicklung) von Hans wird durch seine Bereitschaft eingeleitet, zu gehorchen (sich zu versenken), sich nützlich zu machen (zu dienen) und dem Reich nützlich zu sein (zu ringen, also wehrhaft zu sein). Die Kröte symbolisiert dabei die Selbstüberwindung von Hans, der vielleicht gar nicht wirklich dumm ist, sondern nur keinen Bock hat.