Chiasmus

überkreuzte syntaktische oder gedankliche Stellung von Wörtern (Wortgruppen) »Eng ist die Welt und das Gehirn ist weit.« (Schiller, Wallenstein)

Parallelismus

syntaktischer oder gedanklicher Gleichlauf von Wortgruppen »Sobald ich dann das Unglaubliche sehe – werde ich ein Zeuge. Sobald ich dann die Kirche betrete –
werde ich ein Laie.« (Handke, Veränderungen im Lauf des Tages)

Inversion

von der üblichen Wortfolge abweichende Umstellung von Wörtern »Unendlich ist die jugendliche Trauer« (Novalis, Heinrich von Ofterdingen)

Rhetorische Figuren

Elemente der sprachlichen Ausgestaltung von Texten (elocutio); es können unterschieden werden: Wortfiguren der Umstellung, Hinzufügung und Einsparung sowie Gedankenfiguren.

Litotes

Milderung der Aussage durch Verneinung des Gegenteils »Er hielt sie fest und drückte sie an sich. Erst auf einem Rasenabhang ließ er sie nieder, nicht ohne
Bewegung und Verwirrung.« (Goethe, Wahlverwandtschaften)

Hyperbel

Übertreibung zur Darstellung des Außerordentlichen, oft unglaubwürdig oder gar unmöglich, nicht selten auch humoristisch »ein Schneidergesell, so dünn, daß die Sterne durchschimmern konnten« (Heine, Harzreise)

Personifikation

Dinge oder abstrakte Begriffe (allgemein: Unbelebtes) treten als redende beziehungsweise handelnde Personen auf, z. B. Goethe, An Schwager Kronos

Synekdoche

Sonderform der Metonymie: das eigentlich Gemeinte wird durch ein Anderes, aus dem Bedeutungsfeld, ersetzt; die Ersetzung beruht zumeist auf einer Teil-
Ganzes-Beziehung (pars pro toto oder seltener totum pro parte) ›Brot‹ für Nahrung

Metonymie

das eigentlich Gemeinte wird durch ein Anderes, aus dem gleichen Vorstellungsbereich, ersetzt; die Beziehungen zwischen Gemeintem und Anderem können
vielfältig sein (Kausalbeziehung, Eigentumsbeziehung, Hierarchiebeziehung etc.) ›Berlin plant Steuererhöhung‹; ›ein Glas trinken‹; ›Goethe lesen‹

Metapher

das eigentlich Gemeinte wird durch ein Anderes, aus einem anderen Vorstellungsbereich, ersetzt, das eine sachliche oder gedankliche Ähnlichkeit besitzt, das
sogenannte tertium comparationis; diverse Versuche zur Klassifizierung von Metaphern sind unternommen worden (absolute M., verblaßte M., kühne M. etc.)
›Flußarm‹; ›Wüstenschiff‹ für Kamel; ›Fuchs‹ für listiger Mensch